»Foucaultpendel«

2010, Polyurethan, Aramid, Neodym-Eisen-Bor, Messing, Edelstahl, Holzpodest, elektronischer Pendelantrieb
; Pendellänge: variabel, Pendelmasse: 21 kg

Pendel [von mlat. pendulum »Schwinggewicht«, zu lat. pendulus »herabhängend«], ein um eine Achse (ebenes P.) oder einen Punkt (räumliches oder sphärisches P.) frei drehbarer Körper, der nach Auslenkung aus seiner Ruhelage unter dem Einfluss einer Kraft (meist der Schwerkraft) eine (i. Allg. period.) Schwingungsbewegung ausführt.1

Dem Versuch von Jean Bernard Léon Foucault aus dem Jahr 1850 folgend konstruiert Beinroth ein Pendel, das im Foyer des Wilhelm-Hack-Museums in einem Lichtschacht in einer Höhe von neun Metern installiert wird.2 Der 21 Kilogramm schwere Pendelkörper ist achtzig Zentimeter hoch und hat an seiner dicksten Stelle einen Durchmesser von 34 Zentimetern. Bezüglich der Form des Pendelkörpers hält sich Beinroth nicht an die für technische Museen übliche Form der Metallkugel, sondern wählt die Form eines geschliffenen Kristallpendels, das eher aus okkulten Zusammenhängen bekannt ist.3 Dieser Pendelkörper besteht aus einem hochglänzenden, schwarzen Material, das Obsidian ähnelt.

Nach der Installation wird das Pendel zu einer permanenten Pendelbewegung angeregt. Durch den Einfluss der Corioliskraft dreht sich die Schwingungsebene des Pendels langsam gegenüber des Erdbodens und macht so die Erdrotation für den Betrachter sichtbar.

1 Brockhaus Enzyklopädie in 30 Bänden, 21. Auflage, Bd. 21, Leipzig/Mannheim 2006, pp. 170/71.

2 Dieser Versuch wurde erstmals von V. Viviani 1661 durchgeführt, von L. Foucault dann 1850 in der Pariser Sternwarte und 1851 im Pariser Panthéon. Siehe dazu Brockhaus, ebenda, Bd. 9, p. 534.
3 Der Pendelkörper hat die Form von zwei an den Grundflächen verbundenen Sechseckpyramiden (hexagonal-pyramidal).

Installation at Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen